KJR-Vorsitzender zu Gast bei Hauptversammlung der Jungen Union

Was kann die Politik für das Ehrenamt tun? Diese Frage rückte der Kreisverband der Jungen Union (JU) ins Zentrum der diesjährigen Hauptversammlung. Kreisvorsitzender Alexander Hannes hatte dazu den Vorsitzenden des Kreisjugendrings (KJR), Thomas Löffler, auf die Mulberry-Ranch in Prackenbach eingeladen. Zur Diskussion waren Staatsminister a.D. Helmut Brunner, die stellv. Landesvorsitzende der JU Bayern, Melissa Goossens, JU-Bezirksvorsitzender Paul Linsmaier und die stellv. Kreisvorsitzende der Frauen Union, Regina Oswald, gekommen.
Hannes würdigte das Ehrenamt als sinnstiftenden Dienst an der Gemeinschaft, der besonders für die Verantwortungsfähigkeit junger Menschen an die Heimatregion enorm wichtig sei. Die meisten JUler seien schließlich selbst in verschiedenen Vereinen engagiert. „Damit ist das Ehrenamt auch Teil unserer DNA.“, wie Hannes sagte, „Dennoch steht das Ehrenamt immer wieder vor Herausforderungen, denen wir uns annehmen wollen.“
Thomas Löffler – seit Februar neuer Vorsitzender des KJR – stellte seine Arbeit im Bereich der ehrenamtlichen Jugendarbeit, welche maßgeblich vom Landkreis getragen werde, vor. Der KJR ist die Dachorganisation der Jugendvereine des Landkreises und biete zudem kostenlose pädagogische Fachberatung für Jugendleiter an.

Zentraler Punkt der Diskussion waren die Herausforderungen, mit denen Ehrenamtliche konfrontiert sind. Besonders im Bereich der Nachwuchsgewinnung sieht Löffler, wie auch die Mitglieder der JU, den größten Handlungsbedarf. „Fast jeder Verein, jede Feuerwehr hat heute Nachwuchssorgen.“, ist er sich sicher, „Dabei sei das Ehrenamt für die soziale Bindung an den Landkreis ein wichtiger Faktor.“
Hannes warf zur Nachwuchsgewinnung ein, dass dies häufig an auswärtigen Berufs- und Bildungsmöglichkeiten liege und sich junge Menschen heute weniger fest an einen Verein binden wollen – auch als politischer Jugendverband spüre man diesen Trend, wenngleich man mit deutlich über 200 Mitgliedern noch eine gute Basis habe. Er wollte wissen, was denn die Politik für das Ehrenamt tun könne: „In erster Linie die Bürokratie wieder abbauen. Heute brauche man für jedes kleine Fest viele Genehmigungen und müsste zahllose Auflagen erfüllen. Das erschwert die Arbeit erheblich.“, ist Löffler überzeugt. Auch die gesetzlich geschaffene Möglichkeit zur beruflichen Freistellung der Arbeitnehmer werde zu wenig genutzt.
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer noch über die Forderung des Bayerischen Jugendrings das Wahlalter zu senken. Hannes meinte dazu: „Es würde das politische Interesse junger Menschen fördern und die Anliegen der Jugend wieder stärker in politische Entscheidungen einbringen.“
Im seinen Tätigkeitsbericht blicke Hannes auf eine Vielzahl an Aktivitäten zurück: Diese reichten von einer Betriebsbesichtigung über eine Schafkopf-Schule bis hin zum Abtschlager Abend mit Reindlessen und Lagerfeuer. Auch inhaltlich habe man sich für den Campus-Standort im Landkreis (der nun in Teisnach entsteht) stark gemacht und setze sich nun für eine Teststrecke für autonomes Fahren auf der B85 ein, damit Straße und Mobilfunk in der Region verbessert werden. Politisch wolle man die Anliegen der Bürger zu Themen wie Nahversorgung oder ÖPNV-Anbindung noch mehr in den Mittelpunkt rücken.
Ein Novum für den Kreisverband ist Fahrt vom 07. bis 09. September nach Wien, bei der auch interessierte Mitfahren können. Die nächsten Veranstaltungen sind eine Wanderung im Augst und eine weitere Schafkopf-Schule im September.

Im weiteren Bericht ging der Wahlkampfmanager für den Stimmkreis Regen/Freyung-Grafenau, Florian Wiesmüller, auf den bevorstehenden Landtags- und Bezirkstagswahlkampf ein, an dem sich die JU ebenfalls wieder tatkräftig beteiligen werde.
Der JU-Bezirksvorsitzende Paul Linsmaier ging in seinem Grußwort auf die Regierungserklärung von Markus Söder ein, die einige hervorragende Punkte für die Entwicklung des Freistaats enthalte. Künftig werde man sich verstärkt für das Thema „Wohnen und Bauen“ einsetzen.
Minister a.D. Helmut Brunner hielt zur Ehre für seine Verdienste um den Bayerischen Wald das Schlusswort. Er stellte das Ehrenamt ins Zentrum zur Gestaltung der Heimat. Vereine, Traditionen und Kultur gäben Halt und Orientierung. An die JUler appellierte er, Visionen zu haben um Perspektiven für Menschen in ländlichen Regionen zu verbessern.

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